Über Uns

Die Geschichte der DKMS Nabelschnurblutbank

Obwohl weltweit über 25 Millionen freiwillige Stammzellspender zur Verfügung stehen, ist noch immer für jeden siebten Blutkrebs-Patienten nicht der geeignete Spender dabei. Neben der Spende von peripheren Stammzellen und Stammzellen aus dem Knochenmark gibt es auch die Möglichkeit zur Spende von Stammzellen aus dem Nabelschnurblut.

 

Gefördert durch die DKMS gGmbH wurde 1997 die DKMS Nabelschnurblutbank zunächst als Drittmittelprojekt und in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden gegründet. Seit 2008 gehört die DKMS Nabelschnurblutbank als eigenständiges Mitglied zur DKMS Familie. Die Gemeinnützigkeit ist durch das Finanzamt Tübingen anerkannt.

Die Nabelschnurblutspenden werden unter kontinuierlicher Temperaturüberwachung durch einen Kurierdienst zum GMP-Labor (good manufacturing practice) der DKMS Nabelschnurblutbank gebracht. Dort werden die Aufarbeitung, Qualitätskontrollen und Lagerung durchgeführt. Die Herstellung eines solchen als Arzneimittel geltenden Präparates unterliegt umfangreichen rechtlichen Vorgaben, deren Umsetzung und Einhaltung durch die Landesdirektion Sachsen und das Paul-Ehrlich-Institut Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, überwacht werden.

 

Seit 2011 ist die DKMS Nabelschnurblutbank zusätzlich akkreditiert durch die Foundation for the Accreditation of Cellular Therapie (FACT) und zeigt damit, dass sie auch internationale Normen für die Entnahme, Aufbereitung, Testung, Lagerung, Auswahl und Abgabe von Stammzellen aus Nabelschnurblut (NETCORD/FACT Standards) erfüllt.

1988 gelang einem Ärzteteam in Paris unter der Leitung der französischen Ärztin Prof. Eliane Gluckman erstmals die erfolgreiche Transplantation von Nabelschnurblutstammzellen. Der Empfänger war der damals fünfjährige Matthew Farrow, der an Fanconi-Anämie litt – das ist eine äußerst seltene Erkrankung des blutbildenden Systems, die ausschließlich durch eine Stammzelltransplantation heilbar ist. Für ihre bahnbrechende Forschung erhielt Prof. Gluckman den DKMS-Mechtild-Harf-Preis 2004 für die Wissenschaft.

 

Mittlerweile ist Matthew Farrow erwachsen und hat durch den Einsatz von Nabelschnurblut die Chance auf ein zweites Leben bekommen. Am 6. Juni 2008 betrat er daher während des „6th Annual International Umbilical Cord Blood Transplantation Symposium“ in Los Angeles das Podium, um an den 20. Geburtstag seiner Transplantation zu erinnern.

Seit der ersten Transplantation von Nabelschnurblut im Jahr 1988 konnte weltweit bislang über 30.000 Patienten mit einer Nabelschnurblutspende die Chance auf Leben gegeben werden.

Heute arbeitet die DKMS Nabelschnurblutbank vor allem in Berlin und Sachsen mit ausgewählten Kliniken zusammen, in denen das Personal speziell zu den Abläufen der Nabelschnurblutentnahme geschult wird.

 

Leider ist die Möglichkeit, Nabelschnurblut zu spenden, zurzeit nur wenigen werdenden Eltern bekannt. Daher wird im Anschluss an mehr als 97 % aller Geburten in Deutschland das Blut, das sich nach Abnabelung noch in Nabelschnur und Plazenta befindet, ungenutzt weggeworfen.

Ein starkes Team gegen Blutkrebs

Über 9.000 Präparate warten in Dresden auf ihren Einsatz und unser Team kämpft jeden Tag um neue Lebenschancen für Patienten weltweit, die auf eine Stammzellspende angewiesen sind.

 

Um aus dem gespendeten Blut ein wirkungsvolles Transplantat für einen Patienten herzustellen, sind viele aufwendige Schritte notwendig. Jede eingegangene Spende wird einer Eingangskontrolle unterzogen bevor wir entscheiden können, ob sie tatsächlich als Transplantat aufgearbeitet werden kann. Hierbei werden die mitgesendeten Dokumente überprüft, eine Sichtkontrolle des eingegangenen Blutbeutels und erste Qualitätsprüfungen vorgenommen. Ist die Eingangskontrolle bestanden, folgen weitere Aufarbeitungsschritte im Labor und die mehrfache Überprüfung aller Dokumente und Daten zur jeweiligen Spende. Sind alle Qualitätskontrollen bestanden, kann das hergestellte Transplantat (auch Präparat oder Nabelschnurbluteinheit genannt) zur Spende freigegeben werden.

Sobald ein Präparat zur Transplantation eines Patienten angefordert wird, zählt jede Stunde bei der Vorbereitung für die Versendung.

 

Um diese Abläufe effizient und fehlerfrei zu arrangieren arbeiten bei der DKMS Nabelschnurblutbank  gGmbH viele fleißige Hände zusammen. Ob nun die Mitarbeiter der Klinikbetreuung, im Qualitätsmanagement oder im Labor, jeder einzelne leistet hier einen wichtigen Beitrag für Patienten weltweit.

 

Die Betreuung von Eltern, regelmäßige Schulungen des Klinikpersonals, Prüfung der Einhaltung von Qualitätsstandards sowie die Labor-Aufarbeitung werden durch unsere Mitarbeiter in verschiedenen Fachbereichen abgedeckt.

 

Mehr über unser Team und Ansprechpartner erfahren Sie hier: