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Vorteile von Nabelschnurblut

Nabelschnurblut ist optimal

Die Transplantation von Stammzellen aus dem Nabelschnurblut stellt eine sinnvolle Ergänzung zur Behandlung von Menschen mit Erkrankungen des blutbildenden Systems dar, die auf einen geeigneten Spender warten.

 

1. Die im Nabelschnurblut enthaltenen Stammzellen sind in ihren Funktionen noch relativ unreif. Daher ist die Gefahr einer möglichen Abstoßungsreaktion (Graft-vs.- Host-Disease) geringer als bei der Transplantation von zu einem späteren Zeitpunkt gewonnenen Stammzellen. Daher müssen bei einer Transplantation nicht alle Merkmale übereinstimmen. Dies kommt insbesondere Patienten mit seltenen HLA-Merkmalskombinationen und Angehörigen ethnischer Minderheiten zugute. Trotzdem gilt auch bei der Transplantation von Stammzellen aus Nabelschnurblut: je größer die Übereinstimmung der Gewebemerkmale von Spender und Patient, umso besser.

 

2. Stammzellen aus Nabelschnurblut stehen nach ihrer Einlagerung zur unmittelbaren Verfügung und können binnen weniger Tage weltweit zur Transplantation bereitgestellt werden.

 

3. Das Übertragungsrisiko von Krankheitserregern ist bei der Übertragung von Nabelschnurblut geringer als bei Blut erwachsener Personen. Dies gilt besonders z. B. für das Cytomegalievirus (CMV), welches nach der Transplantation zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen kann.

 

Allerdings sollte bedacht werden: Die Anzahl an Stammzellen im Nabelschnurblut ist im Vergleich zu Stammzellpräparaten aus dem Beckenkammknochen oder dem Blut viel geringer. Daher kann nicht jedes Transplantat auch für Patienten mit mittlerem oder hohem Körpergewicht eingesetzt werden. Um Präparate mit geringer Zellzahl diesen Patienten trotzdem anbieten zu können, steht die sogenannte „Tandem-Transplantation“ zur Verfügung, bei der mehrere Nabelschnurblutpräparate transplantiert werden.