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Geschichte der Nabelschnurblutspende

Frau Prof. Gluckman bei der Verleihung des DKMS-Mechtild-Harf-Preises 2004 für die Wissenschaft.

Entwicklung der Transplantation von Stammzellen aus dem Nabelschnurblut

Die Nabelschnur galt ursprünglich als Abfallprodukt, das nach der Geburt einfach entsorgt wurde. Doch diese Zeiten sind vorbei, seit Wissenschaftler entdeckt haben, dass dort Stammzellen enthalten sind, die für therapeutische Zwecke nützlich sein können. 

 

1988 gelang einem Ärzteteam in Paris unter der Leitung der französischen Ärztin Prof. Eliane Gluckman erstmals die erfolgreiche Transplantation von Nabelschnur-
blutstammzellen. Der Empfänger war der damals fünfjährige Matthew Farrow, der an Fanconi-Anämie litt – das ist eine äußerst seltene Erkrankung des blutbildenden Systems, die ausschließlich durch eine Stammzelltransplantation heilbar ist. Für ihre bahnbrechende Forschung erhielt Prof. Gluckman den DKMS-Mechtild-Harf-Preis 2004 für die Wissenschaft.

  

Mittlerweile ist aus Matthew Farrow ein junger Erwachsener geworden, der durch den Einsatz von Nabelschnurblut die Chance auf ein zweites Leben bekommen hat. Am 6. Juni 2008 betrat er daher während des „6th Annual International Umbilical Cord Blood Transplatation Symposium“ in Los Angeles das Podium, um an den 20. Geburtstag seiner Transplantation zu erinnern.

 

Zum Vergrößern: bitte auf die Grafik klicken.

Eine steile Karriere

Seit der ersten Transplantation von Nabelschnurblut im Jahr 1988 konnte weltweit bislang über 10.000 Patienten mit einer Nabelschnurblutspende die Chance auf Leben gegeben werden.

 

Wie das National Marrow Donor Program (NMDP) aktuell berichtet, nimmt die Anzahl der Transplantationen mit Stammzellen aus Nabelschnurblut von Jahr zu Jahr zu (siehe Abb.).

 

Leider ist die Möglichkeit, Nabelschnurblut zu spenden, zurzeit nur wenigen werdenden Eltern bekannt. Daher wird im Anschluss an mehr als 97 % aller Geburten in Deutschland das Blut, das sich nach Abnabelung noch in Nabelschnur und Plazenta befindet, ungenutzt weggeworfen.

 

Täglich werden in Deutschland etwa 1.900 Babys geboren. Mit jedem dieser neuen Leben könnte auch die Chance auf Leben für einen Patienten gegeben werden! Damit die Nabelschnur zur Lebensschnur werden kann, förderte die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei seit 1997 im Rahmen eines Forschungsprojekts die Einlagerung von Nabelschnurblut am Universitätsklinikum Dresden. Seit 2008 ist die Bank als DKMS Nabelschnurblutbank eigenständiges Mitglied der DKMS-Familie. Die Gemeinnützigkeit ist durch das Finanzamt Tübingen bescheinigt.