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Ausschlusskriterien

Wer darf kein Nabelschnurblut spenden?

Für die Spende von Nabelschnurblut gelten prinzipiell die gleichen Ausschlusskriterien wie bei der Spende von Vollblut, Knochenmark oder peripheren Blutstammzellen.

Diese Kriterien sind in zwei Richtlinien der Bundesärztekammer (BÄK) formuliert:

 

  • Richtlinien zur Transplantation von Stammzellen aus Nabelschnurblut (Deutsches Ärzteblatt 96, Heft 19, 14. Mai 1999)
  • Richtlinien der BÄK zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie) gemäß §§ 12 und 18 des Transfusionsgesetzes (TFG) Novelle 2010

 

Ob Ausschlusskriterien für die Spende vorliegen, kann orientierend mit Hilfe der folgenden Hinweise geprüft werden. Die endgültige Spendetauglichkeit wir zum Zeitpunkt der Entbindung anhand eines Fragebogens in der Entbindungsklinik festgestellt.

Spenden können grundsätzlich alle schwangeren Frauen, die gesund sind und sich in einer unkomplizierten Schwangerschaft befinden. Das heißt, bestimmte gesundheitliche Voraussetzungen müssen erfüllt sein. Diese Einschränkungen werden zum Schutz des Spenders, aber natürlich auch zum Wohle des Patienten gemacht.

Schwangere, auf die folgende Eigenschaften zutreffen, können kein Nabelschnurblut spenden. Dies sind Schwangere (,)

I. die an einer akuten Infektionskrankheit leiden, die zu einer prä- oder perinatalen Infektion des Neugeborenen führen kann, wie z. B. Röteln, Zytomegalie, Toxoplasmose u. a.


II. bei denen Hinweise für eine schwere hämatologische, immunologische oder infektiologische Erkrankung des Neugeborenen bestehen oder nach schweren Komplikationen in der Spätschwangerschaft.


III. bei denen anamnestische Hinweise für genetische Erkrankungen in der eigenen Familie oder der des biologischen Vaters des Neugeborenen bestehen, die das lymphohämatopoetische System beeinflussen können.


IV. bei denen anamnestische oder klinische Hinweise für erworbene akute oder chronische Erkrankungen bestehen, die das lymphohämatopoetische System beeinflussen können.


V. die an anderen schweren neurologischen Erkrankungen, schweren Herz- und Gefäßkrankheiten oder Autoimmunerkrankungen leiden oder litten, bei denen die Nabelschnurblutspende eine Gefährdung des Empfängers nach sich ziehen kann.


VI. deren aktuelle Schwangerschaft auf einer anonymen Samen- oder Eizellspende basiert.


VII. die an einer bösartigen Neoplasie leiden oder litten (Ausnahmen: in situ Karzinom oder Basalzellkarzinom nach kompletter Entfernung).


VIII. bei denen eine der folgenden Infektionen nachgewiesen wurden

 

  • HIV-1 oder HIV-2,
  • HBV (Ausnahme: die Infektion bzw. Erkrankung liegt mehr als 5 Jahre zurück und virologische Kriterien – z. B. Nachweis von Anti-HBs mit einem Titer von ≥100 U/l und negatives Ergebnis eines Tests auf HBV-Genom mittels einer validierten, empfindlichen Nukleinsäure-Amplifikationstechnik – sprechen für eine erloschene Kontagiosität),
  • HCV,
  • HTLV-1/2-Infektion, 
  • Syphilis, 
  • Protozoonosen,
  • chronische Borreliose, u. a.

 

IX. mit dem Risiko der Übertragung spongiformer Enzephalopathien (TSE):
Die selbst oder deren Familienmitglieder an einer TSE (Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit oder andere TSE bei einem oder mehreren Blutsverwandten) erkrankt sind oder bei denen der Verdacht auf eine TSE besteht.


X. die an einer Suchterkrankung leiden wie z. B. Alkohol-, Medikamenten- oder sonstige Drogensucht


XI. die nach den Richtlinien der Bundesärztekammer einer so genannten Risikogruppe angehören (Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie)