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Ablauf einer Nabelschnurblutspende

Was ist eine Nabelschnurblutspende?

Nach der Geburt hat die Nabelschnur ihren Zweck, das Baby zu versorgen, erfüllt. Sie wird also nicht mehr gebraucht und für gewöhnlich entsorgt. Bei einer öffentlichen Nabelschnurblutspende wird aus ihr aber das Nabelschnurblut gewonnen, das wertvolle Stammzellen enthält. Diese können Patienten im Kampf gegen Blutkrebs helfen.

 

Eine Nabelschnurblutspende ist für alle Beteiligten vollkommen ungefährlich und völlig kostenlos für die Eltern! Das Nabelschnurblut wird erst nach der Entbindung und Abnabelung gewonnen, wenn die Mutter ihr Baby bereits in ihren Armen hält.


Wie kann ich spenden? Was muss ich tun?
Zu erst müssen die Eltern sich vergewissern, dass ihre ausgewählte Entbindungsklinik mit der DKMS Nabelschnurblutbank gGmbH kooperiert*.

 

Das Einzige, was dann noch zu tun ist, damit die Spende durchgeführt werden kann, ist, eine Einverständniserklärung und einen Fragebogen zur medizinischen Vorgeschichte auszufüllen und am Tag der Geburt im Kreißsaal der Kooperationsklinik* abzugeben.

 

Bitte beachten Sie:

ES WERDEN KEINE ENTNAHMESETS AN PRIVATPERSONEN GEGEBEN! Die Kreißsäle der Kooperationskliniken halten alle Materialien für die Spende bereit. 


*Die DKMS Nabelschnurblutbank gGmbH ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die aus Spendengeldern finanziert wird. Sie versucht national aktiv zu sein, jedoch kann nicht jedes Krankenhaus in Deutschland in die Reihe der Kooperationspartner aufgenommen werden. Voraussetzung sind eine rege Aktivität (d. h. viele Nabelschnurblutspenden) und hohe Motivation des Kreißsaalpersonals.


5 Schritte zum kleinen Helden

1. Entnahmeklinik aussuchen

2. Dokumente ausfüllen
3. Geburt des kleinen Held
4. Entnahme des Nabelschnurblutes (nach der Abnabelung, wenn das Baby schon versorgt ist!)
5. Blutentnahme bei der Mutter des kleinen Helden (Röhrchen: 2 x 2,5ml EDTA, 2 x 7,5ml Serum – 48h   vor oder nach der Geburt, zur Infektionsmarkerkontrolle) 

 

Ab jetzt übernehmen die Klinik und die DKMS Nabelschnurblutbank gemeinnützige GmbH alles Weitere

 

Das heißt:

  • Blutbeutel, Röhrchen und Dokumente werden in speziellen Transportbehältern unter Temperaturüberwachung nach Dresden zum Labor der DKMS Nabelschnurblutbank gesendet. Den Transport darf nur ein eigens dafür geschultes Kurierunternehmen durchführen!
  • Laborkontrollen / Aufarbeitung (= Gewinnung der Stammzellen)
  • Lagerung des Präparates (= Stammzellen aus dem gespendeten Nabelschnurblut)
  • Meldung des Präparates an das ZKRD

 

Schließlich erhalten die Eltern per Post eine Information, ob die Spende verwendet werden konnte und für Patienten weltweit zur Verfügung steht.

 

Was im Einzelnen passiert

Nach der Geburt und Abnabelung des Babys wird zunächst die Nabelschnur abgeklemmt. Dann wird die Nabelschnurvene punktiert, das Blut in einem speziellen Beutel „gesammelt“ und sofort an die DKMS Nabelschnurblutbank gGmbH in Dresden geschickt. Dort werden die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut im Labor gewonnen und unterhalb von -180°C eingefroren. Nach Durchführung einer Reihe von Qualitätskontrollen werden die Daten der Stammzellen (= Transplantat), wie Gewebemerkmale, Zellzahl, usw., in anonymisierter Form an das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) gemeldet. Die Eltern erhalten nach Abschluss aller Laborkontrollen innerhalb von 3 Monaten die Information, ob die gespendeten Stammzellen verwendet werden konnten. Mit der Meldung an das ZKRD sind die Informationen zu den gespendeten Stammzellen aus Nabelschnurblut (=Transplantat) für Patientenanfragen weltweit abrufbar.

 

Um die Patienten zu schützen, gelten die Stammzellen aus öffentlich gespendetem Nabelschnurblut als Medikament und werden unter strengsten Bedingungen gewonnen, aufgearbeitet, gelagert und an Patienten abgegeben.

 

Es kommen dabei viele Gesetze und Richtlinien zur Anwendung (z.B. Arzneimittelgesetz, Transfusionsgesetz).

 

Die DKMS Nabelschnurblutbank gGmbH ist nach internationalen Standards von Netcord-FACT akkreditiert und verfügt über ein umfassendes Qualitätssicherungssytem, d. h. alle Prozesse unterliegen strengsten Überwachungen.

 

Ich bin neu hier und will helfen!

Wenn Sie sich für eine Nabelschnurblutspende entschieden haben und eine unserer Entbindungs-
kliniken für Sie in Frage kommt, wenden Sie sich bitte direkt an das entsprechende Krankenhaus. Neben der Einverständniserklärung füllen Sie dann ein Formular aus, in dem Sie Auskunft über Ihren allgemeinen Gesundheitszustand geben. Außerdem wird Ihnen etwas Blut abgenommen, um bestimmte Infektionskrankheiten ausschließen zu können (Ihre Angaben bzw. die Testergebnisse werden streng vertraulich behandelt). Ein finanzieller Aufwand entsteht dadurch für werdende Eltern nicht: Sämtliche Kosten für Voruntersuchung, Entnahme und Einlagerung werden von der DKMS Nabelschnurblutbank übernommen.

 

Leider ist die Möglichkeit, Nabelschnurblut zu spenden, zurzeit nur wenigen werdenden Eltern bekannt. Daher wird im Anschluss an mehr als 97 % aller Geburten in Deutschland das Blut, das sich nach Abnabelung noch in Nabelschnur und Plazenta befindet, ungenutzt weggeworfen.

 

In Kooperationskliniken mit speziell geschultem Personal in Sachsen, Berlin, Hessen, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Hamburg, Niedersachsen, Baden-Württemberg, NRW, Bremen und Bayern werden Nabelschnurblutspenden für die DKMS Nabelschnurblutbank entnommen.