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Vorteile von Nabelschnurblut

Nabelschnurblut ist optimal

1. Die Immunzellen des Nabelschnurbluts sind in ihren Funktionen noch relativ unreif. Daher ist die Gefahr einer möglichen Abstoßungsreaktion (Graft-vs.-Host-Disease, GvHD) geringer als bei der Transplantation adulter Stammzellen. Aus diesem Grunde ist es möglich, auf eine 100%ige Übereinstimmung zwischen Spender und Empfänger zu verzichten. Dies kommt insbesondere Patienten mit seltenen HLA-Merkmalskombinationen und Angehörigen ethnischer Minderheiten zugute.

 

Trotzdem wird bei der Auswahl eines Transplantates eine möglichst hohe Kompatibilität der HLA-Merkmale berücksichtigt.

 

2. Stammzellen aus Nabelschnurblut stehen als gelagertes Arzneimittel zur unmittelbaren Verfügung und können binnen weniger Tage weltweit zur Transplantation bereitgestellt werden.

 

3. Die Prävalenz von transplantationsrelevanten Viren, z. B. Cytomegalievirus (CMV)oder Ebstein-Barr-Virus (EBV), ist deutlich niedriger als im Blut Erwachsener. Diese Viren können bei den immunsupprimierten Empfängern nach der Transplantation zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen.

 

4. Für Mutter und Kind entsteht durch die Gewinnung des Nabelschnurblutes kein gesundheitliches Risiko.

 

Die „Tandem-Transplantation“

Die meisten Transplantate aus Nabelschnurblut sind wegen des geringen Gehaltes an Zellen nur für Patienten mit geringem Körpergewicht einsetzbar.


Seit 2005 wird eine zunehmende Anzahl von Patienten mit zwei oder mehr Transplantaten aus Nabelschnurblut behandelt. Dies hat den Begriff „Tandem-Transplantation“ geprägt.


Dabei werden dem Patienten Präparate zweier oder mehrerer Spender und somit eine ausreichende Zelldosis transplantiert. Dadurch kann eine zufriedenstellende Rekonstitution des hämatopoetischen Systems erreicht werden. Gleichzeitig beginnen die neu gebildeten Zellen im Rahmen einer zellulären Immunreaktion das jeweils fremde Transplantat zu erkennen. Dies führt im Verlauf mehrerer Monate dazu, dass nur ein Transplantat letztlich „überlebt“ und für die Hämatopoese des Patienten sorgt.


Welche Eigenschaften des jeweiligen Transplantates dazu führen, ist bislang nicht sicher geklärt.