1988 gelang einem Ärzteteam in Paris unter der Leitung der französischen Ärztin Prof. Eliane Gluckman erstmals die erfolgreiche Transplantation von Nabelschnurblutstammzellen. Der Empfänger war der damals fünfjährige Matthew Farrow, der an Fanconi-Anämie litt – das ist eine äußerst seltene Erkrankung des blutbildenden Systems, die ausschließlich durch eine Stammzelltransplantation heilbar ist. Für ihre bahnbrechende Forschung erhielt Prof. Gluckman den DKMS-Mechtild-Harf-Preis 2004 für die Wissenschaft.
Mittlerweile ist aus Matthew Farrow ein junger Erwachsener geworden, der durch den Einsatz von Nabelschnurblut die Chance auf ein zweites Leben bekommen hat. Am 6. Juni 2008 betrat er daher während des „6th Annual International Umbilical Cord Blood Transplantation Symposium“ in Los Angeles das Podium, um an den 20. Geburtstag seiner Transplantation zu erinnern.
Seit der ersten Transplantation von Nabelschnurblut im Jahr 1988 konnte weltweit bislang über 25.500 Patienten mit einer Nabelschnurblutspende die Chance auf Leben gegeben werden.
Wie das National Marrow Donor Program (NMDP) aktuell berichtet, nimmt die Anzahl der Transplantationen mit Stammzellen aus Nabelschnurblut von Jahr zu Jahr zu (siehe Abb.).
Prinzipiell können sämtliche Erkrankungen, für die Stammzellen aus Knochenmark oder peripherem Blut eine Therapieoption darstellen, auch mit Stammzellen aus Nabelschnurblut transplantiert werden. Die betrifft bereits mehr als 70 maligne und nicht-maligne Indikationen wie:
Akute myeloische Leukämie
Akute lymphatische Leukämie
Chronische myloische Leukämie
Myelodysplastische Syndrome
Myeloproliferative Syndrome
Non-Hodgkin-Lymphome
Morbus Hodgkin
Chronische lymphatische Leukämie
Multiples Myelom
Aplastische Anämie
Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie
Fanconi-Anämie
Blackfan-Diamond Anämie
Thalassämia major
Sichelzell-Anämie
Schwere kombinierte Immundefizienz
Wiskott-Aldrich Syndrom
Angeborene Stoffwechselstörungen
MPS, M. Krabbe, Adrenoleukodystrophie etc.